Für NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg war sein Besuch im Naturschutzgebiet Puhlbruch ein Heimspiel. Gekommen war er nach Eckenhagen - Windfus auf Einladung der engagierten örtlichen Waldjugend um Horstleiterin Barbara Schneider. Gut zwei Dutzend Mädchen und Jungen hatten sich eigens schulfrei genommen, um dem prominenten Gast aus Düsseldorf einen Einblick in ihr Wirken vor Ort zum Wohle des Naturschutzes und der Umweltbildung rund um die Silberkuhle und den Puhlbruch geben zu können. Mit von der Partie waren der Landtagsabgeordnete Bodo Löttgen, Bürgermeister Rüdiger Gennies, die Forstdirektoren Uwe Schölmerich und Günter Dieck, Oberforstrat Dirk Kreienmeier, SDW-Kreisgeschäftsführer Malte Haase, die Forstwirtschaftsmeister Daniel Müller Habbel und Michael Fobbe sowie die Mitarbeiter des Landesbetriebes Wald und Holz NRW.

Seit 1963 ist die Waldjugend nun kontinuierlich im Einsatz für den Naturschutz. Barbara Schneider und ihre Mitstreiter konnten dem Umweltminister entlang der kleinen Wanderroute vom Wanderparkplatz Windfus, vorbei am Forsthaus und der Herrenwiese zum Waldjugendheim eindrucksvolle Beispiele ihrer Einsätze vor Ort erläutern. Von der Schaffung eines Feuchtbiotops bis zum „Schau-Kohlenmeiler“ reicht die Palette, an denen über die Jahrzehnte mittlerweile weit über 2.000 Kinder und Jugendliche aus Eckenhagen und Umgebung im Umgang mit Natur und Kultur geschult wurden.

Dass Uhlenberg die Umweltpädagogik nicht nur bei seinen Förstern in dem ihm unterstellten Landesbetrieb Wald und Holz ganz groß schreibt, sondern selber sofort den „persönlichen Draht“ zu den begeisterten Kindern fand, das wurde nicht nur beim „Fachsimpeln“ über die Arbeit mit Schüppe und Schaufeln am Rande des Feuchtbiotops deutlich. Auf Augenhöhe wurde sofort die richtige Ton- und Sprachlage getroffen, als sich der politische Gast beim lockeren Frage-Antwortspiel zu den jüngsten Waldläufern hockte.

Angetan zeigte sich der Umweltminister auch von dem „Erfindungsreichtum“ des örtlichen Revierförsters. Dieser hat nämlich in seiner Freizeit zwei kleine, Gelände gängige Sämaschinen ausgetüftelt und entwickelt, um den Umbau der Nadelholzwälder in naturnahe Buchenmischbestände rascher und effektiver vorantreiben zu können. „Obwohl mir die Kinder im Wald fleißig helfen, können wir natürlich nicht die gesamten 600 kg Bucheckernernte aus dem letzten Herbst alle von Hand aussäen“, erläuterte Daniel Müller Habbel mit einem leichten Augenzwinkern an seine jungen Helfer. Sein Chef, Forstdirektor Uwe Schölmerich von dem für den Staatswald Puhlbruch zuständigen Regionalforstamt in Eitorf, unterstrich dabei die Bedeutung eines gemischten, möglichst ungleichaltrigen Waldes aus Buche und vielen anderen heimischen Baumarten für die weitere Entwicklung des größten Wald-Naturschutzgebietes im Bergischen. Großen Wert werden die Forstleute dabei auch zukünftig darauf legen, dass die Nachzucht junger Buchen stets aus der Naturwaldzelle, einem wichtigen Kern des Schutzgebietes, herangezogen wird.

Der Minister zeigte sich begeistert von der Ausstattung des Jugendheimes, trug sich ins Gästebuch als 69. Ehrengast ein und verweilte noch in der Nordlandkote bei einer Tasse Tee.

Umweltminister Eckhard Uhlenberg pflanzt mit Kindern der Waldjugend im "Wald der nächsten Generationen" neben dem Waldjugendheim eine Vogelkirsche als Baum des Jahres 2010.
Daniel Müller-Habbel  stellt die neue Saatmaschine für Bucheckern zur Vermehrung des Buchenwaldes im Puhlbruch vor.
Barbara Schneider erläutert ihrem Gast die Pflegemaßnahmen auf der "Herrenwiese".
Monika Selbach, Katrin & Melanie Stramm bewirten die Gäste mit Tee und Kaffee.
Der Minister verweilte noch in der Nordlandkote bei einer Tasse Tee.
Die Waldläufer in gemütlicher Runde

Fotos: Gerd Stramm

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