Einweihung des Naturschutzgebietes „Puhlbruch – Silberkuhle“

„Ökonomisch ist nur,
was ökologisch im Optimum steht!“

4. Walderlebnistag rund ums Forsthaus Windfus als Publikumsmagnet



Der Staatswald „Puhlbruch/Silberkuhle“ im Oberbergischen ist Bürgerwald! Diese „Leitidee“ zog sich nicht nur bei der offiziellen Übergabe des gleichnamigen Naturschutzgebietes am „Hexentanzplatz“ wie ein „roter Faden“ durch alle Grußworte der zahlreich erschienen Ehrengäste. Auch über 5.000 Besucher beim gleichzeitig stattfindenden Walderlebnistag rund um das Forsthaus Puhlbruch in Eckenhagen-Windfus waren Beweis dafür, wie stark sich die Oberbergische Bevölkerung mit dem öffentlichen Wald im Puhlbruch und auf der Silberkuhle verbunden fühlt und identifiziert.

Freuen über eine so starke Resonanz durften sich die äußerst aktive Waldjugend Windfus um ihre Horstleiterin Barbara Schneider sowie der Landesbetrieb Wald und Holz NRW, allen voran Forstdirektor Uwe Schölmerich mit seinem engagierten Team um den örtlichen Patenförster Daniel Müller-Habbel. Nach einer „Zwangspause“ durch die Ereignisse des Orkans „Kyrill“ hatten sie mit vereinten Kräften vieler vor allem ehrenamtlicher Helfer mit einer Neuauflage des mittlerweile vierten Walderlebnistages ein Rahmenprogramm um die Eröffnungsfeier für das neue Naturschutzgebiet „gezaubert“, das schon Maßstäbe setzen konnte, wie die begeisterten Besucher feststellten.



Viel Lob gab es daher auch von Marie-Luise Fasse, MdL. Als Landesvorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und gerade auch in ihrer landespolitischen Funktion als Vorsitzende des Landtagsausschusses für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bekräftigte sie die Bedeutung des öffentlichen Waldes für die Daseinsvorsorge und dabei gerade auch für die Umweltbildung, wie sie hier in Windfus den Horst der Waldjugend seit Jahrzehnten beispielhaft praktiziert werde. Landrat Hagen Jobi -gleichzeitig auch Kreisvorsitzender der Schutzgemeinschaft- spannte mit launigen Worten den Bogen von den zurückliegenden Diskussionen über einen möglichen Staatswaldverkauf bis hin zum jüngsten Kreistagsbeschluss über die Ausweisung des mit rund 340 Hektar weitaus größten (Wald-)Naturschutzgebietes im Oberbergischen Kreis.

Und dass diese Entscheidung für eine naturnahe Entwicklungsperspektive von der gesamten Region getragen wird, das betonte Bürgermeister Gregor Rolland. Er hatte mit einem einstimmigen Beschluss des Gemeinderates Reichshof die Ausweisung des Staatswaldes rund um die bereits seit Jahrzehnten bestehende Naturwaldzelle Puhlbruch und das Hangmoor Silberkuhle auf den Weg gebracht. Was dies konkret für die weitere Arbeit im Wald bedeutet, erläuterten die beiden Vertreter des Landesbetriebes Wald und Holz, Günter Dieck und Uwe Schölmerich: „Nur das ist ökonomisch richtig, was auch ökologisch im Optimum steht!“ Nach Kyrill habe der Landesbetrieb 100.000 junge Buchenpflanzen gesetzt, um dem Waldökosystem die nötige Regenerationskraft nach den Katastrophen zu geben.



Nicht nur für die Waldjugend Windfus als Gruppe, sondern gerade für einen ihrer „stärksten Motoren“ war die offizielle Einweihung des Naturschutzgebietes unstrittig ein Höhepunkt seines ehrenamtlichen Wirkens. Lothar Selbach, langjähriger Horstleiter und seit 45 Jahren (!) aktiv für die Jugend und den Wald seiner Heimat, erhielt als Dank für die langjährige Partnerschaft mit der Landesforstverwaltung und ihren Patenförstern während des Festaktes an diesem Tag vom Landesbetrieb Wald und Holz ein Buchpräsent überreicht. Die Festveranstaltung wurde vom Jagdhornbläserchor Belmicke umrahmt.



Mit der symbolischen Baumpflanzung einer Eiche auf dem Hexentanzplatz wollten schließlich alle Verantwortlichen ein sichtbares Zeichen setzen, dass das neue Naturschutzgebiet Auftrag und zugleich Verpflichtung für das Handeln zukünftiger Generationen sei. „Naturschutz ist zukunftsgerichtet. - Deshalb ist es besonders schön, hier so viele Kinder zu sehen, die ihre Zukunft schon selbst in die Hand nehmen!“, gaben die Forstleute eine treffende Losung für die Fortführung der langjährigen Zusammenarbeit mit der Waldjugend heraus. Einig waren sich die Akteure auch, dass nach dieser überwältigenden Resonanz von dieses Mal 69 Ausstellern und über 5.000 Besuchern der Walderlebnistag im Zweijahresrhythmus fortgesetzt werden soll.

Waldjugend Windfus
Landesbetrieb Wald und Holz NRW
Regionalforstämter Rhein-Sieg-Erft und Bergisches Land


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