Dreiklang in „W“
Windfus am Wald, im Wald und mit dem Wald

Im diesjährigen „Jahr des Waldes“, das von den Vereinten Nationen ausgerufen wurde, haben die Mitarbeiter des Regionalforstamtes
Rhein-Sieg-Erft eine Vielzahl von Pflanzeinsätzen im Naturschutzgebiet Puhlbruch/ Silberkuhle durchgeführt.
 Über 230.000 Rotbuchen, Hainbuchen, Bergahorn, Stieleichen, Traubeneichen, Gemeine Eschen, Ebereschen,
Pappeln und Elsbeeren pflanzte man auf ausgewählten Flächen des 340 ha großen Areals.
30 Naturschützer der Windfuser Waldjugend beteiligten sich an einem Arbeitseinsatz. Aktuell führten die Waldläufer umfangreiche Erhaltensmaßnahmen in einem der bedeutendsten Keulen-Bärlapp-Vorkommen dieser Region durch. Die Pflanzen wurden von Brombeer- und Himbeersträuchern überwuchert. Am Rande dieser seltenen Pflanzen mussten auch einige Fichten weichen. Ein Rückschnitt der Weiden erfolgte am Regenüberlaufbecken um der Vogelwelt einen leichteren Zutritt zum Wasser zu ermöglichen. Ergänzungspflanzungen nahm man in den 13 Blumenkübeln im Dorfbereich vor und das Wandererparkplatz-Schild sowie zwei Holzskulpturen versahen die Jugendlichen mit einem Schutzanstrich. Das neu angebrachte Schild „Golddorf 1979“ soll die Bewohner „mit auf die Reise nehmen“ an der Pflege im privaten- und öffentlichen Bereich festzuhalten.Freude bereitet Gästen und Einheimischen die von den Auszubildenden des Landesbetriebes Wald und Holz fertig gestellte kleine Aussichtsplattform am Dammwildgehege. Das muntere Treiben des Dammwildnachwuchses und der angriffslustigen Gänse kann jetzt gut beobachtet werden.Das Waldgebiet um Windfus, Eckenhagen, Wolfseifen, Hespert und Tillkausen hatte für die Bewohner von jeher eine sehr große Bedeutung. Urkunden aus dem 11. Jahrhundert besagen, dass die Nutzung des Waldes ausschließlich Kaiser Barbarossa vorbehalten war. Später fiel dieser Wald des Königshofes an den Landesherrn Grafen Berg. Etwa 1240 wurde er dann Reichswald. Große Bedeutung in diesem Gebiet hatte der Bergbau. 1869 hatte die Gemeinde Eckenhagen Gelegenheit den Puhlbruch käuflich zu erwerben. Doch stimmten 11 von 15 Gemeinderäten gegen diesen Kauf. So gingen diese Waldungen in Privatbesitz über. 1895 kaufte der Staat den Puhlbruch wieder auf. Am 12.6.2008 wurden 340 ha unter Naturschutz gestellt.Zu allen Zeiten half der Wald den Menschen aus der Not. Vor allem nach den beiden Kriegen ging man zur „Sparkasse Wald“! Man brauchte das Holz zum Wiederaufbau, das Geld aus dem Kauferlös zur Neuanschaffung des verlorengegangenen Hab und Gutes. Mehr denn je hat heute der Wald große Bedeutung für die Menschen: als Wasserspeicher, Luftreiniger und größte Sauerstofftankstelle, als Erholungsgebiet und Lieferant für viele Öfen und Heizungen.Der Puhlbruch birgt noch eine Reihe sehr selten gewordener Pflanzen, die die Waldjugend Windfus in ihrer 48-jährigen Naturschutzarbeit betreut und pflegt. Unter Ihnen finden wir Orchideenarten, Arnika, Wollgras, Besenheide, Sonnentau, Torfmoose und Bärlappgewächse. In der Tierwelt beherbergt der Puhlbruch noch viele Kostbarkeiten wie Schwarzstorch, Eisvogel, Neuntöter, Zwergfledermaus, Wasseramsel, Haselhuhn und Rauhfußkauz.
Die vielen Mitglieder der Waldjugend Windfus sind seit ihrer Gründung im Jahre 1963
mit Begeisterung bei der Sache für die Belange des Waldes einzutreten.
Die Vorstandsmitglieder um Horstleiterin Barbara Schneider machen das in engem Zusammenwirken
 mit ihrem Patenförster Daniel Müller-Habbel.


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