Rückkehr in vertraute Gegend
Der Tierfilmer Curt Cappel hielt in Windfus einen Filmvortrag über Dachse


von MICHAEL FENSTERMACHER (OVZ)

Einer vertrauten Gegend und bekannten Gesichtern begegnete der renommierte Tierfilmer Curt Cappel, als er am Freitag mit seinem Filmvortrag "Eine Nacht im Dachswald" ins Waldjugendheim Windfus kam.

"Meine Liebe zur Natur habe ich im Oberbergischen entdeckt", sagte er. Die schöne Landschaft mit ihren Wäldern, Wiesen und Bächen hat ihn, der einen Teil seiner Jugend in Wiehl verbrachte, tief geprägt. Während seine Eltern das Gästehaus der Firma BPW betrieben, streifte der junge Student durch die Wälder um Wiehl und drehte dort seinen ersten Amateurfilm über Spechte und andere Baumhöhlenbewohner.

Nach dem Studium verbrachte er sieben Jahre in der Südsee und machte sich mit Tierfilmen für das australische Fernsehen einen Namen, bevor ihn der kürzlich verstorbene Heinz Sielmann 1970 in sein Team holte und mit ihm zahlreiche Folgen der "Expeditionen ins Tierreich" drehte. Zusammen besuchten sie 1974 schon einmal die Waldjugend Windfus. Während Sielmann mit den jungen Waldläufern den Waldlehrpfad erkundete, bediente Cappel die Kamera für ein Porträt der Jugendgruppe. Für Frank Reichler, Walfriede Pohler sowie Lothar und Monika Selbach, die schon damals dabei waren, ist der Tag eine bleibende Erinnerung. "Der Kontakt ist seitdem niemals abgerissen", betont Lothar Selbach, der langjährige Leiter der Waldjugend. "Als Heinz Sielmann im letzten Jahr starb, haben wir telefoniert und Curt hat spontan zugesagt, für einen Vortag nach Windfus zu kommen", erklärte er den an sich traurigen Anlass des Wiedersehens.

"Mit den Dachsen hatte ich mein schönstes Tiererlebnis", erklärte Cappel, der heute als selbstständiger Tierfilmer in Minden lebt. 50 überwiegend junge Tierfreunde verfolgten gebannt, den Filmvortrag über drei Dachswaisen, die vom Ehepaar Cappel mit der Flasche hochgepäppelt wurden. Zum laufenden Film erzählte er humorvoll vom Leben mit den Jungtieren. So ging er täglich mit "Alpha", "Bravo" und "Charly" joggen, um sie für ihr späteres Leben fit zu machen. Nach gelungener Aufzucht kamen zwei Dachse in Tierparks.

Mit der Fähe Alpha hatte Cappel jedoch besonderes vor: Sie sollte wieder ausgewildert werden. Davon erzählt der für den SWR produzierte Film "Eine Nacht im Dachswald". Weil sich die mit einem Peilsender ausgestattete Alpha einer Dachsfamilie anschloss, gelangen Cappel sensationelle Aufnahmen. So war er der erste und einzige Tierfilmer, der die Paarung von Dachsen festhalten konnte. Außerdem erfuhr das Publikum Interessantes über die Vorbereitung des Films vom Bau des Verstecks bis zur unauffälligen Beleuchtung des Terrains. Nachdem Curt Cappel auch noch geduldig die Fragen der Zuhörer beantwortet hatte, verabschiedete Leiterin Barbara Schneider ihn mit einem Geschenk der Waldjugend

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