Waldjugend startete große Baumpflanzaktion im künftigen Naturschutzgebiet Puhlbruch/Silberkuhle

Neuer Forstdirektor besuchte Naturschützer

Der Puhlbruch mit seiner Naturwaldzelle, Heimat des größten Buchenwaldkomplexes im Oberbergischen, dem Hangmoor an der Silberkuhle, Wacholderheiden und den vielen Quell-und Stillgewässern bilden die wichtigsten Kernzonen für das angestrebte Naturschutzgebiet Puhlbruch/Silberkuhle. Vögel, Amphibien, Fische, Insekten, Fledermäuse, Moose und Flechten finden hier einen großartigen Lebensraum. Steinbrüche und Steilböschungen sind Lebens- und Rückzugsraum für seltene, gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Neuntöter, Eisvogel, Grasfrosch, Rauhfußkauz, Wasseramsel sind hier u.a. heimisch wie Besenheide, Arnika, Wollgras oder Knabenkraut. Das Gesamtgebiet umfasst eine Fläche von fast 600 ha. Ungefähr 400 ha sollen künftig hiervon unter Naturschutz stehen. Der Wald wurde im vergangenen Jahr vom Sturm „Kyrill“ auf einer Fläche von 50 ha heimgesucht. Wie Streichhölzer zerbrachen besonders die Fichten während des Orkans. Von der Erde bis zum Mond könnte man mindestens klettern, wenn man alle Bäume aneinanderreiht, die der Orkan in NRW umwarf. Jetzt wurde der Startschuss für die Wiederaufforstung gegeben. Ausgerüstet mit Pflanzhacken machten sich die Mitglieder der Waldjugend Windfus und die Waldarbeiter des Forstamtes Eitorf daran, die ersten 2500 Rotbuchen zu pflanzen. Zu diesem besonderen Anlass hatte die Waldjugend den Leiter des neuen Regionalforstamtes Rhein-Sieg-Erft, Forstdirektor Uwe Schölmerich (bisher Forstamt Bonn), eingeladen, der auch für die Staatswaldflächen an der Wiehltalsperre und Puhlbruch verantwortlich ist. Oberforstrat Dirk Kreienmeier war ebenfalls der Einladung gefolgt. Im Waldjugendheim hieß Horstleiterin Barbara Schneider die beiden Herren willkommen. In lockerer Atmosphäre wurden die bisherigen Aufgaben und Maßnahmen der Waldjugend vorgestellt und die weitere Zusammenarbeit erörtert. Beim Rundgang durch das Haus zeigte sich Schölmerich tief beeindruckt. Im Wald griff der Gast aus Bonn selbst zur Pflanzhacke – zur Freude der jungen Naturschützer. Anhand einer Karte erläuterte Kreienmeier, dass das Forstamt Eitorf beabsichtige, die Flächen überwiegend mit Rotbuchen aufzuforsten. “Bei der Wiederbewaldung mit Laubholz soll auch die Vorwaldbestockung aus Pioniergehölzen (Weichholz-Laubbaumarten) ausgenutzt und mit in das Konzept der Laubholzvermehrung integriert werden“, so Kreienmeier. Das Saatgut der Rotbuchen stammt aus der nahe gelegenen Naturwaldzelle und wurde von Waldjugend und Waldarbeitern geerntet, um anschließend zur Samenaufbereitung ins hessische Hanau transportiert zu werden. Dort wurden die jungen Pflanzen „angezogen“. Forstdirektor Schölmerich betonte, „dass er den eingeschlagenen Weg der Umwandlung der bisherigen Nadelholzflächen in eine naturnahe Bestockung mit Laubholz fortsetzen werde“. Am Lagerfeuer wurden Würstchen gegrillt und die weiteren Arbeitseinsätze abgestimmt. Ein traumhafter Sonnenuntergang bildete einen schönen Rahmen für den Einsatz der Waldläufer. Forstdirektor Schölmerich verabschiedete sich mit den Worten „ich bin von der Arbeit der Waldjugend begeistert“.

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