Jurypreis “Wir für Oberberg“ geht an die Waldjugend Windfus  


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Der von den Sparkassen in Oberberg in Kooperation mit OVZ, Bergischer Landes-Zeitung und Oberbergischer Anzeiger ausgeschriebene Wettbewerb „Wir für Oberberg“ erlebte ein großes Echo. 90 Vereine mit den unterschiedlichsten Projekten nahmen daran teil. Insgesamt waren 10.000,-- Euro an Preisgeldern von den Sparkassen KSK Köln, der Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt und der Sparkasse der Homburgischen Gemeinden bereit gestellt worden. Rund 15 000 Menschen stimmten online für ihre Favoriten ab. Sieger mit 1708 Stimmen und 3.000,- Euro Preisgeld wurde das „The Voices Projekt“ aus Bergneustadt. Aus den verbliebenen 85 Vereinsbewerbungen wurden drei weitere Preise vergeben. Keine leichte Aufgabe für die fünfköpfige Jury. Einer der Jurypreise in Höhe von 1000,-- Euro ging an die Waldjugend Windfus, die das Geld für das Projekt „Waldlehrpfad soll erhalten werden“ einsetzt.  

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Die große Siegerehrung fand in der „Alten Drahtzieherei“ in Wipperfürth statt, der viele Prominente und mehrere hundert Vereinsteilnehmer beiwohnten. Das abwechslungsreiche Programm moderierte Stefan Hagen. Er verstand es gut die Geehrten in Szene zu setzen: Horstleiterin Barbara Schneider befragte er zum Patenforst, dem eingereichten Projekt und zur Tierwelt in der Region. Ein sehenswerter Filmeinspieler, von Andreas Schwann vorab gedreht, beeindruckte die Veranstaltungsbesucher. Der Stellvertretende Redaktionsleiter der OVZ, Harald Knoop, hielt die Laudatio für die Waldjugend.

Die Idee von „Wir in Oberberg“ schilderte Benno Wendeler, Direktor der Kreissparkasse Köln, Waldbröl: „Ehrenamt und Vereine der Region sollen im Mittelpunkt stehen. Denn das gesellschaftliche Leben im Oberbergischen Land wird durch die Vereine liebenswert und lebendig.“

Horstleiterin Barbara Schneider, ihr Mann Jörg, Nadine und Christoph Engelberth und Anna Fobbe nahmen unter viel Applaus den Preis entgegen.

Fotos: Andreas Schwann (Berg TV)
 


Brütende Schwarzstörche im Waldgebiet Puhlbruch brauchen absolute Ruhe

 Standorte für den Windpark in Reichshof u. Südwestfalen bedürfen eingehender Prüfung

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                      (Foto: Jörg Schneider)

Das Naturschutzgebiet Puhlbruch in der Gemeinde Reichshof ist ein wichtiger Lebensraum für den Schwarzstorch, den Rotmilan, den Rauhfußkauz und eine Vielzahl anderer Tierarten sowie für das Wollgras, die Bärlappe und den Sonnentau.

Einer von zwei Schwarzstorch-Horsten ist erneut nachweislich bewohnt

Allein für den Schwarzstorch gilt: Von seinem Horst müssen Windräder einen Abstand von 3000 Meter einhalten, bei Rotmilanen sind es 1250 Meter. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sind Schwarzstörche streng geschützt.

Gutachten zum Artenschutz hat das Versorgungsunternehmen Gelsenwasser und der Projektentwickler VSB in Auftrag gegeben. Hier hat die Waldjugend zugearbeitet.

Bei der Suche nach geeigneten Standorten für die ersten 11 Windräder auf der Silberkuhle in Reichshof und im Bereich Drolshagen, Wenden und Olpe muss besonders sorgsam vorgegangen werden, wie es auch die Gegenwind-Organisatoren im Südsauerland einfordern.
 


Reichshofer Naturschützer im Hangmoor

Schwarzstorchpaar fühlt sich im NSG wohl


Waldjugend im Einsatz an der Silberkuhle

Das wertvolle Hangmoor an der Silberkuhle wiederzubeleben ist das Ziel der Waldjugend Windfus seit 1963.
Zusammen mit dem Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft und der Biologischen Station werden regelmäßig Pflegearbeiten durchgeführt.
 

Horstleiterin Barbara Schneider und Revierleiter Thomas Weber freuten sich über das tolle Engagement der
Waldjugend-Mitglieder. Erneut rückte man den Fichtensämlingen mit der Motorsäge zu Leibe, da sie die Moorpflanzen überwuchern. Weit über 20.000 Jungbäume entfernten die Naturschützer bisher.

Waldjugend im Einsatz an der Silberkuhle

Das Moorgebiet Silberkuhle ist das östlichste im Oberbergischen Land. Ihre Entstehung verdanken wir u.a. den Niederschlägen am Mittelgebirgskamm, den dadurch vernässten sauren Böden und den kühlen Temperaturen
in 514 Meter Höhe. Den meisten Pflanzen ist das zu ungemütlich, aber für ein paar Spezialisten gerade richtig: So zum Beispiel Torfmoose, Wollgras, Zwergsträucher oder der fleischfressende Sonnentau.
 

In den 50er Jahren wurden fälschlicherweise Entwässerungsgräben angelegt, die jetzt wieder geschlossen werden. Die Moorpflanzen sollen sich dadurch erholen, die Gräben langsam zuwachsen und so die Wunden im Zentrum des Moores sich wieder schließen.

Eine Woche zuvor konnte die Arbeitsgruppe „Vogelschutz der DWJ“ zum wiederholten Male ein Schwarzstorchpaar im Naturschutzgebiet Puhlbruch beobachten.

Waldjugend im Einsatz an der Silberkuhle

Fotos: Lothar Selbach

 


Regionalforstamt und Waldjugend im Einsatz für den Erhalt der Orchideen

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Das „Gefleckte Knabenkraut“, eine streng geschützte Orchideenart, ist noch an einigen Stellen im Gemeindegebiet Reichshof vorhanden. So auch im Bereich der Wiehltalsperre.

Dringende Pflegemaßnahmen mussten jetzt auf einer 1ha. großen Fläche am Rande der Wiehltalsperre durchgeführt werden. Auf der Magerwiese breiteten sich in den letzten Jahren Disteln, Ochsenzungen und andere Nährstoffkonkurrenten aus, die die Orchideen zu ersticken drohten. In NRW steht es auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Pflanzen und Tiere.

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Patenförster Thomas Weber hatte mit seinen Auszubildenden die Fläche in mehrtägigen Einsätzen gemäht. Mit Unterstützung der Windfuser Waldjugend wurde jetzt das Gebiet von Mahdgut geräumt. Mit Harken und Heugabeln ausgerüstet rückten 24 Waldläufer dem Schnittgut zu Leibe. Nach der schweißtreibenden Arbeit sorgten Erfrischungsgetränke für wohltuende Abkühlung.

Jahrein jahraus pflegen die Mitglieder und Helfer der Waldjugend Windfus und des Forsthauses Puhlbruch so manche Kleinode im Gemeindegebiet, dass sie erhalten oder auch wiederhergestellt werden.

 

Fotos: Lothar Selbach

 

 

50 Jahre Waldlehrpfad Puhlbruch - über 500.000 Besucher

 

Willkommen auf dem Waldlehrpfad

Die Waldjugend Windfus hatte im Herbst 1965 ihren großen Tag: Der nach monatelanger Arbeit hergerichtete Lehrpfad wurde im Beisein zahlreicher Vertreter des öffentlichen Lebens seiner Bestimmung übergeben. Bürgermeister Walter Peters und Amtmann Werner Knabe vom Oberbergischen Kreis dankten besonders dem Forstehepaar Joachim und Ruth Hecht, Waldjugendleiter Lothar Selbach und Gemeindedirektor Heribert Raeuter für ihre Arbeit und ihren Einsatz bei der Herrichtung des Waldlehrpfades. Sie schenkten den Jugendlichen einen Wimpel und eine Tafel mit der Inschrift: „Die Liebe zur Natur und die Achtung vor der Schöpfung bestehen nur aus Taten“. Weitere Ehrengäste zeigten sich beeindruckt von der Ausstattung des Pfades. Von herausragender Bedeutung ist die Naturwaldzelle (Urwald) im Herzen des Puhlbruch und der Eisenverhüttungsbezirk. Alle Schilder und Infotafeln wurden seinerzeit mit Lötkolben von den Waldjugend-Mitgliedern gebrannt, versiegelt und aufgestellt. Mehrere Wochen waren sie damit beschäftigt. Die Gästezahlen sind bis zum heutigen Tag beachtlich. Weit über 500.000 Naturliebhaber besuchten in den vergangenen  50 Jahren das beliebte Erholungsgebiet, das seit 2008 in weiten Teilen unter Naturschutz steht. Unter ihnen auch Tierforscher und Filmproduzent Heinz Sielmann.

Eine Gruppe der Waldjugend startet zum Arbeitseinsatz

In etwas anderer Form wollte die Windfuser Waldjugend, mit ihrer Vorsitzenden Barbara Schneider und Revierleiter Thomas Weber, das 50-jährige Bestehen des Waldlehrpfades zwischen Windfus und Eckenhagen begehen. Arbeitseinsätze über mehrere Wochen, gepaart mit unterhaltsamen Segmenten, bildeten den Rahmen der Jubiläumstage, an denen über 50  Waldläufer und Forstamtsbedienstete beteiligt waren. So war es an der Zeit den Meiler umzuschichten und mit Erde zu bedecken. Eine neue Köhlerhütte schmückt daneben die Infoplattform, die zeigt, wie der Köhler arbeitet und lebt. In unmittelbarer Nähe waren die Naturschützer damit beschäftigt die Nester der „Roten Waldameise“ von Strauchwerk zu befreien. Tage zuvor wurden fünf Schaukästen neu gestaltet, die den Besuchern eindrucksvoll erläutern was diesen Lehrpfad so auszeichnet. Erfreuen dürfen sich die Besucher am neuen Waldxylophon, das die vier Auszubildenden im Forsthaus fertigten. Sie bauten gleichzeitig eine „Wildnisbank“ die ihren Platz am Urwald (Naturwaldzelle) erhielt. Revierleiter Thomas Weber zeigte sich über das Engagement seiner Schützlinge sehr zufrieden. Die Pimpfe der Waldjugend-Ortsgruppe säuberten auf dem Rundkurs 40 Schilder und Infotafeln.
 

Der Meiler wird neu aufgeschichtet und mit Erde bedeckt


6 Schaukästen, 11 Schautafeln, 9 Bänke, 2 Schutzhütten und 2 Schutzpilze gehören zur Ausstattung des Waldlehrpfades . Gerne aufgesucht wird das Dammwildgehege und das Ziegengatter. Bürgermeister Rüdiger Gennies dankte der Waldjugend für ihren Einsatz am Waldlehrpfad. “Zur Unterstützung und dem Erhalt des Pfades möchte ich der Waldjugend Windfus
1.000,- Euro zukommen lassen, damit auch die nachfolgenden Generationen Wissenswertes über die heimische Flora und Fauna erfahren können“, so Gennies.

Sagenumwoben ist der Hexentanzplatz. Mit einem Hexenspiel lehrten die Mitglieder der Waldjugend NRW-Umweltminister Dieter Deneke, Fernseh-Entertainer Rudi Carrell, Sänger Ivan Rebroff das Fürchten. In der Windfuser Kote dankte Schneider allen Helfern für ihren tollen Einsatz.

Das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft hat den Rundweg vor wenigen Tagen mit Wegebaumaterial hergerichtet, da Teile durch den Holzeinschlag in Mitleidenschaft gezogen wurden.
 

Phil Hartmann, Christian Müller und die Auszubildenden Yannik Horn und Maximilian Halbe am fertig gestellten Waldxylophon

Fotos: Nadine Engelberth

 


Aktuelles
zur Ansiedlung von Windrädern
im Naturschutzgebiet Puhlbruch

Weiter
 

 

 (Quelle: OVZ 16.01.2013)

Keine Windräder im Naturschutzgebiet

Von Michael Fiedler-Heinen
 

Überrascht zeigt sich Reichshofs Bürgermeister Rüdiger Gennies, dass die Vorsitzende der Waldjugend Windfus, Barbara Schneider, aus einer nichtöffentlichen Sitzung eine Pressemitteilung formuliert hat.

“ Überrascht” zeigt sich Reichshofs Bürgermeister Rüdiger Gennies, dass die Vorsitzende der Waldjugend Windfus, Barbara Schneider, aus einer nichtöffentlichen Sitzung eine Pressemitteilung formuliert hat. “ Ich bin nicht willens, das öffentlich zu kommentieren”, sagte Gennies auf Anfrage.

Dabei wollte Barbara Schneider lediglich ihrer Freude Ausdruck verleihen, dass nun offenbar niemand mehr daran denkt, an zwei Stellen des Naturschutzgebietes Puhlbruch die Errichtung von Windrädern in Erwägung zu ziehen. In der Windkraft-Potenzialanalyse des Büros Hellmann und Kunze waren diese Stellen noch als geeignet dargestellt worden. Erfreulich sei zudem, so Schneider, dass von allen Beteiligten die Errichtung von Vorranggebieten befürwortet werde. Hier seien ein hinter dem Naturschutzgebiet liegendes Gelände westlich der A4 ebenso ins Gespräch gebracht worden, wie das Gewerbegebiet Wehnrath oder - grenzüberschreitend - ein Gelände bei Reichshof-Eichholz und -Erdingen sowie Morsbach-Wendershagen.

Dies sei das Ergebnis der Sitzung des Arbeitskreises “Energienetze”, an der Vertreter des Naturschutzbundes (Nabu) Oberberg, des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz), der Waldjugend und der Gemeinde teilgenommen hätten. Eben eine “ nichtöffentliche” Sitzung, wie Bürgermeister Gennies die Mitteilungsfreude der Waldjugend rügt.

Fakt sei, dass es kein Vorranggebiet geben werde, dass nicht mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Gewerbe abgestimmt sei. “ Ob und wo die Vorranggebiete errichtet werden, wollen wir in den nächsten Wochen in aller Ruhe in unseren Ratsgremien besprechen”, sagte Gennies, Entscheidungen gebe es keine.

Aus seiner Sicht komme das Gewerbegebiet Wehnrath allerdings nicht als Vorrangfläche in Betracht, zumal die erforderlichen 600 Meter Abstand zur Bebauung dort fast nirgendwo eingehalten werden könnten. “ Wehnrath war zudem auch gar nicht Gegenstand der Windkraft-Potenzialanalyse.”

Die Gemeinde Reichshof hat bislang in Erdingen ein Vorranggebiet für Windkraft. Die weiteren sollen nun geprüft werden, denn auch dort könne es noch Ausschlusskriterien geben.

 


Unsere Stellungnahme

  zum Bericht “ Keine Windräder im Naturschutzgebiet” in der OVZ am 16.01.2013

 

Herrn
Bürgermeister
Rüdiger Gennies

                                    16. Januar 2013


Presseveröffentlichung

Sehr geehrter Herr Gennies,

mit großem Erstaunen habe ich den Inhalt Ihrer Mail vom 14.1. sowie die Ausführungen in der OVZ vom 16.1.2013 zur Kenntnis genommen. In den beiden mir zugestellten Einladungen vom 14.12.2012 ist nicht erkennbar, dass ich zu einer Nichtöffentlichen Sitzung eingeladen worden bin. Hier heißt es wörtlich: ….hiermit lade ich Sie zu einer Sitzung des Arbeitskreises Energienetze der Gemeinde Reichshof am Montag, den 7.1.2013 um 17.00 Uhr ein.

Tagesordnung: 1. Errichtung von Windkraftvorranggebieten – Abstimmung mit NABU, BUND und Waldjugend Windfus.

Im zweiten Brief steht in der Kopfzeile: Errichtung von Windkraftvorranggebieten. Weiter schreiben Sie mir:  In der Anlage übersende ich Ihnen eine Einladung zum Arbeitskreis „Energienetze““ am 7.1.2013.

Auch in der Sitzungseinleitung haben Sie mit keiner Silbe von einer stattfindenden Nichtöffentlichen Sitzung gesprochen!

Ich verwahre mich gegen Ihre Unterstellungen unrechtmäßig gehandelt zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

Barbara Schneider


 


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Liebe Freunde der Waldjugend Windfus,

nachstehenden, aktuellen Sachverhalt hinsichtlich der geplanten Windräder im Naturschutzgebiet Puhlbruch/Silberkuhle veröffentlichen wir zur freundlichen Kenntnisnahme:

(30.10.2012)

Geplante Windkrafträder im Naturschutzgebiet auf der Silberkuhle

Sehr geehrter Herr Gennies, sehr geehrter Herr Jobi,

in der letzten Sitzung des Bau -, Planungs-, Verkehrs- und Umweltausschusses am 26.9.2012 wurden Ansiedlungsflächen für Windkraftanlagen in Reichshof beraten, die neben Erdingen auch das Gebiet der Silberkuhle vorsehen. Hierbei sollen auch einige Windkrafträder im neuen Naturschutzgebiet Puhlbruch/Silberkuhle errichtet werden. Es soll ausgeführt worden sein, dass eine Änderung des Landschaftsplans möglich ist, so unser Kenntnisstand. Herr Müller vom Planungsbüro Hellmann & Kunze hat in der Sitzung ausgeführt,
„Dass es sich laut Kreisverwaltung und NABU um ein fragwürdiges Naturschutzgebiet handelt “! Ein unglaublicher Vorgang!

Sie und einige Ihrer Mitarbeiter haben mit uns gemeinsam für den Erhalt des Waldgebietes gekämpft und mit dazu beigetragen, dass diese wertvollen 340 ha Natur unter Schutz gestellt wurden. Sie glauben doch wohl nicht wirklich, dass wir dem Ansinnen der Ansiedlung von einigen Windkrafträdern im Naturschutzgebiet tatenlos zusehen werden. Hier scheint einigen Verantwortlichen die Orientierung verloren gegangen zu sein oder wie ist die Rolle Rückwärts in so kurzer Zeit zu erklären? Es ist schon erstaunlich, dass die Hauptinitiatoren zur „Rettung des Puhlbruchs“ nicht zu themenbezogenen Sitzungen im Kreishaus eingeladen wurden.

Das Land NRW hat am 11.7.2011 einen Erlass für die Planung und Genehmigung von Windkraftanlagen in Kraft gesetzt. Hier heißt es unmissverständlich: In Naturschutzgebieten und in für den Naturschutz bedeutsamen Gebieten wird es weiterhin keine Windenergienutzung geben!

49 Jahre schuften wir u.a. am Hangmoor an der Silberkuhle. Das gesamte Überlebensprogramm für Pflanzen und Tiere auf der ganzen Höhenlage sucht seinesgleichen. Ist das Ehrenamt doch nur in Sonntagsreden von Bedeutung?

Die umfangreiche Berichterstattung zu vielen Themen der Tier- und Pflanzenwelt dürfte Ihnen nicht entgangen sein. So konnte man zum Beispiel am 21.8.2001 im Oberbergischen Anzeiger lesen:

„Die Erhaltung und Verbesserung des mehrere Hektar großen Hangmoores im Grenzbereich an der Silberkuhle war das Ziel der Auftaktveranstaltung des „ Umwelttages 2001“ des Oberbergischen Kreises. Landrat Hans-Leo Kausemann, Bürgermeister Gregor Rolland, Mitarbeiter der Unteren Landschaftsbehörde, Vertreter des Forstamtes Eitorf und der Biologischen Station Oberberg krempelten die Ärmel hoch, um dem gestellten Ziel etwas näher zu kommen.“

Nach der laufenden Forensik-Diskussion darf man gespannt sein, wie die Menschen auf die geplante Veränderung an Oberbergs zweithöchster Erhebung reagieren.

In zehn Tagen gehen wir mit dem Thema an die Öffentlichkeit.

Wir freuen uns auf Ihre Antwort und verbleiben

Mit freundlichen Grüßen

Barbara Schneider

Kopie an: Planungsbüro Hellmann & Kunze, Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

 

(08.11.2012)

Pressebericht


Geplante Windräder im Naturschutzgebiet auf der Silberkuhle

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Anlage übersenden wir Ihnen einen Brief, der an Landrat Hagen Jobi, Bürgermeister Rüdiger Gennies, das Planungsbüro Hellmann & Kunze und das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft verschickt wurde.

Ergänzend zu den Ausführungen möchten wir Ihnen nachstehend weitere Informationen zukommen lassen:

Nach hartem, vierjährigem Kampf wurden 340 ha der fast 600 ha großen Gesamtfläche des wertvollen Waldgebietes Puhlbruch/Silberkuhle am 12.6.2008 unter Naturschutz gestellt.

Unser unbändiger Wille schweißt uns noch mehr zusammen im erneuten Kampf um ein tolles Stück Natur, dass für die nächsten Generationen erhalten werden muss!

Hier ist seit über 49 Jahren unser Patenforst. Tausenden von Kindern und Jugendlichen haben wir vor unserer Haustür aufgezeigt wie wichtig es ist in der Natur und mit ihr zu leben und für sie zu kämpfen.

Gelernt haben wir das von den Oberförstern van Rossum (die erwachsenen Mitglieder) Joachim Hecht und den Forstwirtschaftsmeistern Helmut Papendick und Daniel Müller- Habbel.

Das wir heute wieder Argumente zum Erhalt des Naturschutzgebietes zu Papier bringen, ist für unsere Mitglieder und viele Bürger der Region unfassbar!

Wem kann man zwischen Gummersbach, Reichshof-Denklingen, Köln und Düsseldorf noch glauben – wem kann man überhaupt noch trauen?

Nicht nur im jetzigen Naturschutzgebiet, sondern über die ganze Kuppe hinaus hat der anerkannte Waldbröler Natur- und Heimatforscher Albert Schuhmacher 1953 in Schriften und Büchern seine Beobachtungen festgehalten. Große Flächen verschiedenster Bärlapparten, Sonnentau, Wollgras und Wacholder überzogen den Berg, das sie nicht nur für das Bergische Land, sondern für die ganze Provinz zu einer einmaligen Erscheinung machte. Englische Ginster, Glöckchenheide, Torfmoos, Kriechende Weide, Heidekreuzblümchen, Waldläusekraut und Silberblättchen hatten hier ihre Heimat. Der Restbestand des Wollgrases wird seit Jahrzehnten von unseren Mitgliedern gepflegt.

Die Tierwelt hat hier noch wunderbare Rückzugsflächen. Aufmerksame Waldbesucher können den Rauhfußkauz,Waldkauz, Grün-, Bunt- und Schwarzspecht, Grasfrosch, Ringelnatter und mit ein wenig Glück Haselhühner beobachten.

Für die Erhaltung und Weiterentwicklung der Zone 2 (Entwicklungsfläche) im Naturschutzgebiet hat das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft bereits Waldumwandlungen vorgenommen. Tausende Fichtensämlinge haben unsere Mitglieder in 12 Arbeitseinsätzen im Hangmoor entfernt. Teile des benachbarten Fichtenbestandes werden in einen bergischen Buchen-Mischwald umgewandelt. Weit über 100.000 Laubbäume wurden in den beiden letzten Jahren im gesamten Schutzgebiet von Forstbediensteten gepflanzt. Gut 300 Kilogramm Bucheckern der Rotbuchen haben unsere Kinder und Jugendliche in der Naturwaldzelle gesammelt um sie an der Silberkuhle in Furchen zu säen. Neue Aussaaten sind im Jubiläumsjahr der Waldjugend 2o13 geplant.

Wir werden mit großem Einsatz dafür eintreten, dass sich die Zone 2 im Naturschutzgebiet in ihre ursprüngliche Form zurückentwickelt.

Das Naturschutzgebiet Puhlbruch/Silberkuhle darf nicht angetastet werden!

Übrigens: Wir sind Befürworter von Windkrafträdern, aber nicht in Naturschutzgebieten
 


(13.11.2012)

Leserbrief : Lasst uns doch diesen Wald gemeinsam erhalten!

Das Ziel der in Oberberg tätigen Naturschutzverbände muss es sein, für die Erhaltung unserer Pflanzen und Tiere gemeinsam einzutreten, selbst wenn es in Teilbereichen unterschiedliche Meinungen gibt. Dass der NABU erneut versucht die schwer erkämpfte Unterschutzstellung des wertvollen Puhlbruch mit der Silberkuhle schlecht zu reden, ist schändlich und dient nicht dem so wichtigen Miteinander!

Ihr selbst habt auf der Silberkuhle viele Nistkästen zur Arterhaltung des Rauhfußkauzes aufgehängt.
Ist dieser auf einmal nicht mehr schützenswert?

Nistkasten Rauhfußkauz


Die NABU-Verantwortlichen wollen unsere Leistung und die vieler Helfer nicht anerkennen, dass wir es „als Treiber“ geschafft haben, das 340 ha große Waldgebiet unter Schutz zu stellen. Liebe Freunde, eine Aufklärung seid ihr uns immer noch schuldig. Wer hat 2008 veranlasst, eine Kampagne zur NABU-Mitgliederwerbung (Berliner Drückerkolonne) zu starten, der den Einsatz des NABU für die Unterschutzstellung des Waldes in den Fokus rückten sollte? Herr Jannis Ziegler aus Berlin warb in Windfus und anderen Orten an vielen Haustüren mit den Worten: “Ich bin vom NABU Oberberg, wir haben gerade den Puhlbruch gekauft. Wir wollen, dass der Wald erhalten bleibt und möchten sie als Mitglied werben.“ Ihr lieben fleißigen Helfer des NABU – lasst uns doch diesen Wald mit seinen vielen schützenswerten Pflanzen und Tieren als Biotop für unsere nachfolgenden Generationen gemeinsam erhalten – losgelöst von allem ideologischem Geschwafel. Das Gebiet wurde am 12.6.2008 unter Naturschutz gestellt. Es ist einfach großartig und darf jetzt nicht erneut zerredet werden. Das Land NRW hat am 11.7.2011 einen Erlass für die Planung und Genehmigung von Windkraftanlagen in Kraft gesetzt. Hier heißt es unmissverständlich: In Naturschutzgebieten wird es weiterhin keine Windenergienutzung geben! Der anerkannte Waldbröler Natur- und Heimatforscher Albert Schuhmacher hat 1953 in Büchern festgehalten, dass große Flächen mit verschiedenen Bärlapparten, Sonnentau, Wollgras, Glöckchenheide, Torfmoos, Heidekreuzblümchen und Wacholder anzutreffen sind. Die Tierwelt hat hier noch wunderbare Rückzugsflächen. Aufmerksame Waldbesucher können den Rauhfußkauz,Waldkauz, Grün-, Bunt- und Schwarzspecht, Grasfrosch, Ringelnatter und mit ein wenig Glück Haselhühner beobachten. Platz genug für Windräder ist hinter der Silberkuhle, also in östlicher Richtung beidseitig der BAB 4. Was sagt eigentlich der Geschäftsführer der AggerEnergie Gregor Rolland zu der Auftragsvergabe seines Unternehmens? Seinerzeit hat er noch mit uns für die Unterschutzstellung gekämpft.

Die Rolle von Landrat Hagen Jobi und Dr. Christian Dickschen vom Dezernat II ist für uns Naturschützer schon abenteuerlich, oder wie darf man die Rolle rückwärts in einem bestehenden Naturschutzgebiet beschreiben? Der Kreis hat von 2004 bis 2008 aktiv daran mitgearbeitet, dass der Puhlbruch unter Schutz gestellt wird. Heute erteilt er den Auftrag mittels Studie zu prüfen, ob im gleichnamigen Schutzgebiet Windräder errichtet werden können. Wie nachhaltig sind die Beschlüsse der Entscheidungsträger und ausgewiesenen Experten im Kreishaus?

 

Waldjugend Reichshof-Windfus     Barbara Schneider, Vorsitzende